Anschreiben schreiben – so überzeugst du
Das Anschreiben ist deine Chance zu zeigen, warum du genau zu diesem Betrieb passt. Mit sechs Bausteinen, ein paar guten Formulierungen und einem Beispiel schaffst du das auf einer Seite.
Wozu ein Anschreiben?
Der Lebenslauf zeigt, was du bisher gemacht hast. Das Anschreiben erklärt, warum du dich bewirbst – und was der Betrieb davon hat. Personalverantwortliche lesen oft zuerst das Anschreiben und entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie weiterlesen.
Gute Nachricht: Niemand erwartet von dir einen perfekten Text. Erwartet werden ein klarer Bezug zur Stelle, ein ehrlicher Grund für dein Interesse und ein, zwei Beispiele aus Schule, Ausbildung oder Praktikum.
In sechs Bausteinen zum Anschreiben
Füll die Bausteine der Reihe nach – dann kann wenig schiefgehen.
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Briefkopf
Oben links deine Adresse, Telefonnummer und E‑Mail. Darunter die Adresse des Betriebs mit Ansprechperson. Rechts Ort und Datum.
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Betreff
Fett und ohne das Wort „Betreff“, z. B. „Bewerbung um einen Praktikumsplatz als Kaufmann für Büromanagement“. Gibt es eine Kennziffer, gehört sie dazu.
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Anrede
Wenn möglich mit Namen: „Sehr geehrte Frau Keller,“. Den Namen findest du in der Anzeige, auf der Webseite oder mit einem kurzen Anruf.
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Einstieg
Ein bis zwei Sätze: Warum schreibst du – und was reizt dich an genau diesem Betrieb? Vermeide „hiermit bewerbe ich mich“.
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Hauptteil
Was bringst du mit? Nenne Beispiele statt Eigenschaften: „In der Übungsfirma bearbeite ich Bestellungen im Warenwirtschaftssystem“ wirkt stärker als „Ich bin zuverlässig“.
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Schluss
Freu dich auf ein Gespräch oder einen Probetag, nenne deinen möglichen Starttermin. Dann „Mit freundlichen Grüßen“, Unterschrift und Name.
Einstiegssätze, die funktionieren
Pass die Beispiele an dich und den Betrieb an – kopierte Sätze erkennt man sofort.
Mit Bezug auf die Anzeige
„Ihre Anzeige für ein Praktikum im Vertrieb hat mich sofort angesprochen, weil ich in meiner Ausbildung am liebsten mit Kundinnen und Kunden arbeite.“
Nach einem Gespräch
„Vielen Dank für das freundliche Telefonat am Montag. Wie besprochen sende ich Ihnen meine Unterlagen für ein sechsmonatiges VAmB-Praktikum.“
Initiativ
„Ich mache eine Ausbildung zur Fachinformatikerin für Systemintegration und suche ab März einen Praxisplatz. Ihr IT-Service für kleine Betriebe passt genau zu dem, was ich lernen möchte.“
Mit persönlichem Bezug
„Seit ich Ihre Werkstatt bei der Ausbildungsmesse besucht habe, weiß ich: Dort möchte ich mein Praktikum machen.“
Beispiel: Anschreiben für ein Praktikum
Sehr geehrte Frau Keller,
in Ihrer Anzeige suchen Sie Unterstützung für Ihr Büroteam – genau dort möchte ich im Frühjahr mein Praktikum machen. Mir gefällt, dass Ihr Betrieb Handwerk und Kundenservice so eng verbindet.
Zurzeit mache ich meine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement im Berufsbildungswerk. In unserer Übungsfirma schreibe ich Angebote, pflege Kundendaten und beantworte Anfragen per E-Mail und Telefon. Dabei habe ich gelernt, auch bei vielen Aufgaben den Überblick zu behalten. Mit Word und Excel arbeite ich jeden Tag.
In Ihrem Betrieb möchte ich lernen, wie Aufträge im echten Alltag ablaufen – vom ersten Anruf bis zur Rechnung. Das Praktikum könnte ab dem 2. März beginnen und sechs Wochen dauern.
Über eine Einladung zu einem Gespräch oder einem Probetag freue ich mich.
Mit freundlichen Grüßen
Lena Muster
Das solltest du tun – und lassen
Das hilft
- Jedes Anschreiben auf den Betrieb zuschneiden
- Die Ansprechperson mit Namen anschreiben
- Beispiele aus Ausbildung, Schule oder Praktikum nennen
- Maximal eine Seite schreiben
- Den Text von jemand anderem gegenlesen lassen
Lieber nicht
- Einen Text aus dem Internet 1:1 übernehmen
- Den Lebenslauf in ganzen Sätzen wiederholen
- Nur Eigenschaften aufzählen („teamfähig, flexibel, motiviert“)
- Den falschen Firmennamen aus der letzten Bewerbung stehen lassen
- Mit „Hiermit bewerbe ich mich …“ beginnen
Lieber mit Hilfe starten?
Angemeldete Teilnehmende erstellen mit dem Bewerbungs-Generator in wenigen Minuten einen ersten Entwurf – passend zu Praktikum, VAmB oder Festanstellung, mit E‑Mail-Text.
Häufige Fragen: Anschreiben schreiben
Wie lang darf ein Anschreiben sein?
Eine DIN-A4-Seite. Drei bis vier kurze Absätze reichen völlig – lieber knapp und konkret als lang und allgemein.
Brauche ich für ein Praktikum überhaupt ein Anschreiben?
Meistens ja. Manche Betriebe verzichten darauf und wollen nur einen Lebenslauf oder ein Online-Formular. Steht nichts in der Anzeige, schick ein kurzes Anschreiben mit.
Wen spreche ich an, wenn ich keinen Namen finde?
Ruf kurz an und frag, wer für Praktika zuständig ist. Klappt das nicht, ist „Sehr geehrte Damen und Herren,“ in Ordnung.
Darf ich das Anschreiben mit KI oder einem Generator schreiben?
Als Entwurf ja. Lies den Text aber gründlich, ersetze allgemeine Sätze durch eigene Beispiele und prüfe Namen, Daten und Stelle. Im Gespräch musst du alles erklären können.
Was ist der Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben?
Das Anschreiben bezieht sich auf eine konkrete Stelle. Ein Motivationsschreiben (auch „dritte Seite“) erklärt ausführlicher, warum du einen bestimmten Weg gehen willst – es wird nur verlangt, wenn es ausdrücklich in der Anzeige steht.